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Infraschall – das harmlose Schreckgespenst

Was ist Infraschall?

Schall besteht, einfach gesagt, aus Druckwellen. Bei einer Ausbreitung dieser Druckschwankungen in der Luft spricht man von Luftschall. Der Hörsinn des Menschen ist in der Lage, Schall zu erfassen, dessen Frequenz zwischen rund 20 Hertz (Hz) und 20.000 HZ liegt. Als Infraschall bezeichnet man sehr tiefe Töne unterhalb des Hörbereichs, also mit Frequenzen von weniger als 20 Hz.

Infraschall kann dann entstehen, wenn Wind an Gegenständen vorbeiströmt. Er ist ein alltäglicher Bestandteil unserer Umwelt. Neben natürlichen Quellen wie Gewittern, Windströmungen und Meeresbrandungen gibt es auch eine Vielzahl technischer Infraschallquellen, wie beispielsweise Heizungs- und Klimaanlagen, Kompressoren, Industrieanlagen und Verkehrsmittel. Auch durch die sich drehenden Rotoren von Windanlagen entsteht Infraschall.

Hat Infraschall Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen?

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Infraschall nur dann Folgen haben kann, wenn Menschen ihn hören oder spüren können. Beim Vergleich der Höhe der Infraschallimmissionen von Windkraftanlagen mit den frequenzspezifischen Hör- und Wahrnehmungsschwellen wird ersichtlich, dass die Immissionen unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenze liegen. Windkraftanlagen erzeugten also Infraschallpegel, die in üblichen Abständen zur Wohnbebauung deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenzen liegen und somit nach heutigem Stand der Wissenschaft keine schädlichen Auswirkungen für das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen haben.

(Quelle: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)

Negative Auswirkungen von Infraschall sind empirisch und wissenschaftlich erst ab einem Bereich von >110dB, in Kombination mit verschiedenen Frequenzen belegt (vgl. Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf). Bei dem von Windenergieanlagen erzeugten Infraschall werden nur Lautstärken von maximal 70 dB, gemessen in 100-250 Metern Entfernung, erreicht. Mit zunehmender Entfernung reduziert sich die Lautstärke weiter.

Auch von der REpower Systems AG (heute: Senvion GmbH) wurde im Jahr 2008 eine umfangreiche Messungen an Häusern mit einem geringen Abstand (ca. 0,5 km) zu einer 5-MW-Windenergieanlage (WEA) in Auftrag gegeben und durchgeführt. Es sollten etwaige Störung tieffrequenter Schallemissionen durch die Windenergieanlage untersucht werden. Dieser WEA-Typ wird vornehmlich im Offshore-Bereich verwendet, sodass die hier gemessenen Werte über denen herkömmlicher WEA im Binnenland liegen. Die Messungen zeigten auch hier, dass die durch die Rotation der WEA entstehenden Infraschallemissionen unterhalb der menschlichen Wahrnehmbarkeitsschwelle liegen. Zu ähnlichen Ergebnissen gelangten Studien des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes. Diese zeigten ebenfalls, dass Infraschall unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle, also Schall unter 20 Hertz und einem Schalldruckpegel von weniger als 130 Dezibel, für den menschlichen Organismus keinerlei negative Auswirkungen hat. Weiteren unabhängigen Messungen zufolge erreicht der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschall selbst im Nahbereich bei weitem nicht diese Werte. Die verschiedenen Messungen älteren und neueren Datums belegen, dass die Sorgen von Anwohnern eines Windparks, durch tieffrequente Schallemissionen gesundheitlich beeinträchtigt zu werden, nicht begründet sind.

(Quelle: BWE 2012)

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